In eines Wales dunklem Bauch,
so behaupten alte Sagen,
saß einst der Jonas, aber auch
sitz ich in seinem Magen.

Mein geflecktes U-boot ist
ein Butzkopf und wie jeder weiß:
Was dieser wirklich gerne frisst,
ist Krill nicht, auch nicht Speiseeis.

Denn der Orca, der hat Zähne,
und er kennt wohl dies Gedicht,
das von Brecht, das mit dem Messer,
denn er grinste dreist mir ins Gesicht,

bevor spurlos ich verschwunden,
in des Schwertwals engem Bauch.
Inzwischen habe ich´s verwunden,
und singe, weil ich Nahrung brauch,

diesem Mistvieh, gegen Bares,
aus vollem Hals und lauter Brust.
Bekomme Seegras, ist ein rares,
und bestens gegen Walbauchfrust.

Denn der Orca, der hat Zähne,
und eine Wahl, die hab ich nicht,
werden lahm mir auch die Beene,
ich sing und tanz für´s Leibgericht.

Wer den Wal hat, hat auch die Qual
und so tönt es durch die Meere,
ganz furchtbar schief, ganz atonal,
kommt selbst dem Sonar in die Quere,

sogar minderjährige Quallen,
deren Namen wohl jeder weiß,
verkriechen sich in Korallen,
Wahnsinn wäre sonst der Preis.

Denn der Orca, der macht Töne,
der Kurt Weil verzög´s Gesicht.
Nur den Blauwal ohne Zähne,
peinigen die Gesänge nicht.

Der Blauwal, ja der kriegt das hin,
schwebt Plankton filtrierend vorbei,
grölt „…in a yellow Submarine“,
und “I say hello, you say Goodbye.“

Das wird dem Schwertwal dann zu laut,
und wie jener Mackie Messer,
dem niemand je zu widersteh´n sich traut,
ja, vielleicht sogar noch besser,

ersinnt der Butzkopf eine Tarnung,
auf dass er nicht der Mörder sei,
und ohne jede weitere Warnung,
verschlingt der Schwertwal einen Hai.

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